Über "Das Glück der gelungenen Tat"


Prof. Dr. Renate Zimmer bringt Erzieher/-innen und angehende Erzieher/-innen zusammen
von Ranja Arzouni, Kira Bartens, Jan-Niklas Gille, Milena Hesse

Alfeld (Leine) - Die BBS Alfeld (Leine) empfing am Mittwoch den 15.01.2020 hohen Besuch. Die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Renate Zimmer leitete den Beginn einer Fachvortragsreihe an der Berufsschule ein. Mit ihrem Thema "Über den Körper die eigenen Stärken entdecken - Was Kinder und Erzieher/-innen stark macht" hat sie die pädagogischen Einrichtungen im Umland begeistert. Über 250 Gäste hatten sich angemeldet, zusätzlich zu den Schülerinnen und Schüler aus dem Fachbereich Sozialpädagogik.

Zimmer 1
Zimmer 2

Um 18:00 Uhr war die Aula der BBS bereits gefüllt. Es wurden alte Bekannte und Ehemalige der Schule freudig begrüßt, wodurch ein reger Austausch entstand. Die Leiterin des Fachbereichs Gesundheit, Soziales und Hauswirtschaft und BES Dr. Argyrokastriti begrüßte alle Anwesenden und zeigte einen Ausblick auf die Zukunft, die mehr Fachvorträge für Erzieher/-innen erwarten lässt. Auch wurde ein großes Dankeschön an die Referentin, das Kollegium und insbesondere an die Fachschule Sozialpädagogik Klasse 2 ausgesprochen, die für die Mitgestaltung des Abends verantwortlich war.

Zimmer 5
Zimmer 4

Von Beginn an interagierte Zimmer mit dem Publikum, das bereitwillig mitmachte. Die geschaffene Atmosphäre war offen, entspannt und interessiert. Das machte sich bereits bei der Verdeutlichung der Wichtigkeit von Ressourcen und Kraftquellen für den Menschen deutlich. Dabei unterschied die Erziehungswissenschaftlerin personale und sozialen Ressourcen, doch die Bewegung sei für die Entwicklung beider Ressourcen von hoher Bedeutung. Erwachsene würden das erhöhte Burn-Out Risiko senken und die Kinder ihre Selbstwirksamkeit stärken können. Denn "Kinder sind unablässig auf Entdeckungssuche" erklärte Renate Zimmer und durch Bewegung würden Kinder Erfahrungen über sich selbst, über andere und über die Wirkung ihres Handelns sammeln. Kurz gesagt, die Kinder eignen sich die Welt an und können ihre eigenen Ressourcen aufbauen. Durch einen stressigen Alltag sei die Bewegung nicht integrierbar, doch die Erziehungswissenschaftlerin berichtete von einem Beispiel aus Schottland die Bewegung bereits in den Beruf integrieren. Sie rief den Fachkräften ihre Vorbildrolle ins Gedächtnis, das sich auch auf Sport beziehe. Und jeder kennt es, wenn jemand Lust an Sport zeigt, ist man gleich motivierter. Bei Kindern ist es dasselbe.

Um die Kinder bei der Entdeckung ihrer Ressourcen zu unterstützen, sei es besonders wichtig ein positives Selbstkonzept zu entwickeln. Anhand einer neuen Brille einer Zuhörerin erklärte Renate Zimmer, was das bedeutet. Empfindungen bewerten die Reaktionen der Anderen, das hieße bei einem negativen Konzept betrachtet man jede neue Reaktion auf einen selbst misstrauisch und empfindet sie als bedrohlich. Bei einem positiven Selbstkonzept ist es das genaue Gegenteil, Situationen werden als hilfreich und positiv bewertet.
Für Prof. Dr. Zimmer war es ein wichtiger Punkt, nicht nur für die Erzieher/-innen sondern auch für die Kinder. "Nur ein starker Mensch kann sich für andere einsetzen." Mit diesen Worten läutete die Erziehungswissenschaftlerin die Pause ein, in welcher die Gäste die Möglichkeit hatten, die bereits veröffentlichen Werke Zimmers käuflich zu erwerben und vor Ort signieren zu lassen.
Nach der Pause zeigte Prof. Dr. Renate Zimmer die Praxis und die Bedeutung der Selbstwirksamkeit. Sie erklärte: "Die Überzeugung, selbst etwas bewirken zu können kann für den Erfolg entscheidender sein als die objektiven Leistungsvoraussetzungen." Als Fachkraft übernimmt man die Aufgabe der signifikante Andere fürs Kind zu sein und so die Ressourcen auch unter Schwierigkeiten zu entdecken. Mit kleinen Videoausschnitten aus ihrem beruflichen Alltag unterstrich sie ihre Aussagen und weckte so Emotionen im Publikum. Viele Glücksmomente und Erfolge wurden gezeigt, die durch das Selbstaktivwerden der Kinder entstanden sind. Die Kinder sind stolz und glücklich darüber, allein etwas geschafft zu haben. Das ist "das Glück der gelungenen Tat" und diese Freude des Kindes überträgt sich auf den Erwachsenen. Und dann können auch Stürze als eine gelungene Tat betrachtet werden.

Zimmer 6
Zimmer 3

 

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