Sprintdual


Sprintdual (EQ1) an der BBS Alfeld Das Projekt SPRINT-Dual ist eine Folgemaßnahme des SPRINT-Projektes, das von der niedersächsischen Landesregierung an berufsbildenden Schulen eingerichtet wurde.

SPRINT-Dual legt neben dem Spracherwerb einen noch stärkeren Fokus auf die Eingliederung in den Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarkt.

Viele Geflüchtete haben nach einem Jahr SPRINT nicht die sprachliche Fähigkeit für eine Ausbildung erreicht. In der praktischen Arbeit zeigen junge Geflüchtete großes handwerkliches Geschick, eine schnelle Auffassungsgabe und Ehrgeiz, allerdings sind ihnen Ausbildungs- und Arbeitsstrukturen in Deutschland in der Regel fremd.

Beide Projekte richten sich an die Zielgruppe junger Geflüchteter im Alter von 16-21 Jahren und älter.

(Siehe dazu: https://www.landesschulbehoerde-niedersachsen.de/themen/projekte/sprint)

Die Basis dieser Maßnahme bildet die Einstiegsqualifizierung (EQ, Agentur für Arbeit), hier liegt der Fokus auf der betrieblichen Arbeit - der Praxis. Das Projekt sieht konkret drei Arbeitstage im Betrieb und zusätzlich 1,5 Tage in der Berufsschule vor. Der theoretische Inhalt führt zu einer Stabilisierung der Sprachverwendung und der mathematischen Kenntnisse. Die Dauer des Projektes ist auf 6 - 9 Monate angelegt, eine Zeitspanne, die dem Betrieb, wie auch dem Teilnehmenden die Möglichkeit einer stabilen Orientierung gibt.

Zusätzlich wird das Projekt durch einen Prozessbegleiter des BNW (Bildungswerk der nds. Wirtschaft) unterstützt, er fungiert als Bindeglied zwischen den Betrieben, den Ämtern und den Schulen. Die SPRINT-Dual Klasse an der BBS Alfeld setzt sich aus ehemaligen Schülern zusammen, das hat zum Vorteil, dass uns die Schüler in ihren Lebenslagen bekannt sind. Wir kennen die Ehrenamtlichen, Ansprechpartner bei den Ämtern, die jeweiligen Titel oder Klageverfahren, in denen sie sich die SchülerInnen befinden und die entsprechenden Problemlagen, die sich teilweise daraus ergeben.

Die Schule ist Teil ihres Netzwerkes, somit können wir sehr spezifisch und zeitnah auf die jeweiligen Situationen eingehen. Ziel des Projektes SPRINT-Dual ist ein Projekt (Start November 2016) zur beruflichen Integration von Geflüchteten. Während des Projektes sollen die Teilnehmenden in ihrer sprachlichen Kompetenz gefestigt werden, so dass sie den Prozessen im jeweiligen Arbeitsfeld gerecht werden. Hierzu gehört auch, die körperlichen Anforderungen an eine Ausbildung im entsprechenden Beruf einzuschätzen zu können. Übergeordnetes Ziel ist den Übergang in eine Ausbildung zu schaffen.

Methode Die BBS Alfeld arbeitet im SPRINT– und SPRINT-Dual Projekt mit einem sehr engmaschigen und homogenen Team aus Lehrkräften, Sozialpädagogin und Netzwerkpartnern. Der Vorteil, der sich aus dieser Struktur ergibt ist Nachhaltigkeit, sowie die Möglichkeit individuell und möglichst passgenau auch in Akutsituationen beraten zu können, um so Abbrüche vermeiden zu können.

Die erste Phase von SPRINT-Dual war von einer hohen Fluktuation auf Grund von Unsicherheiten auf Seiten der Schüler gekennzeichnet, wodurch eine sehr unstete Arbeitsgruppe entstand. In dieser Phase hat das Team immer wieder beratende Gespräche mit den Teilnehmenden geführt, um sie auf den kommenden, unbekannten Schritt in die konkrete Arbeitswelt vorzubereiten und zu unterstützen. Durch die Netzwerkarbeit und den kontinuierlichen Austausch innerhalb des Teams konnte eine stabile und homogene Arbeitsgruppe mit einer zufriedenstellenden Arbeitsatmosphäre hergestellt werden. Die Unterrichtsinhalte bauen auf den Inhalten und Kenntnissen von SPRINT auf.

Da uns die Schüler überwiegend bekannt sind, können zum Beispiel Defizite in der Sprach – oder Rechenkompetenz gezielt kommuniziert und angegangen werden. Zusätzlich werden berufs- und ausbildungsspezifische Arbeitsmaterialien (Berichtsheft, Glossar für Fachvokabular und entsprechendes Lehrwerk) eingeführt und mit den Teilnehmenden besprochen.

Das Ziel ist jeden Teilnehmer in seinem individuellen Berufsfeld zu unterstützen, das heißt speziell Fachvokabular wird wöchentlich gesammelt und behandelt. Die Einführung des Berichtheftes schult zusätzlich das Texteschreiben , regt aber auch dazu an, sich mit dem in der Praxis Erlernten auseinander zu setzen und es im Sprachgebrauch wiedergeben zu können. Der schulische Inhalt bereitet auf die theoretischen Erwartungen der Ausbildung vor. Dazu braucht es spezielles Methodentraining. Es hat sich gezeigt, dass entsprechende Strategien und Methoden auf Grund von Lernerfahrungen der Geflüchteten nicht ausreichend vorhanden sind.

Das Vermitteln von entsprechenden Lernmethoden und Lernstrategien ist Teil des Unterrichts, um zum Beispiel eigenverantwortliches Lernen oder die Informationsbeschaffung über verschiedene Medien konsequent zu schulen. Diese Methoden werden benötigt, wenn wir einen Einstieg in die Ausbildung bewältigen wollen, ohne dass es zu hohen Frustrationen oder gar Abbrüchen in dieser sensiblen Phase kommt.

Inhalt des Unterrichts

1. Deutsch

  1. Vorbereitung auf den schulinternen Deutschsprachtest B1.
  2. Wir benutzen das Lehrwerk „Deutsch am Arbeitsplatz“ (Cornelsen), das u.a. folgende Themen behandelt: verschiedene Berufsprofile, Arbeitszeiten, Qualifikationen und Kompetenzen, Arbeitsschutz, Auftragsabwicklung, Arbeitsvertrag.

2. Mathematik

  1. Wir benutzen das Lehrwerk „Grundwissen für den Beruf MATHEMATIK“ (Cornelsen).
  2. Themen: Brüche, Größen umrechnen, Dreisatz, Prozent- und Zinsrechnung, Gleichungen, Umfang, Flächen- und Rauminhaltsberechnung, Diagramme deuten.

3. Arbeitswelt

  1. Wir greifen die Praxiserfahrungen im Unterricht auf und verknüpfen diese mit relevanten Themen.
  2. Themen: Arbeitsschutz, Berichtsheft, Kommunikation am Arbeitsplatz, Mediennutzung, aktueller Bezug

 


 
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