Am Grunde der Moldau...

Zu Škoda sagt man eigentlich Schkoda und Don Giovanni ist langsam gestorben"

Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums verbringen eine erlebnisreiche Woche in Prag 

Ein Bericht von Josephine Gereke, mit Unterstützung von Tim Nottrott

Die Koffer waren gepackt, die Musik auf dem Handy und Proviant für eine Woche waren auch dabei.

Am Sonntag, dem 25. September kurz nach 7 Uhr, ging es dann für 38 Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft sowie Gesundheit und Soziales zusammen mit vier Lehrkräften auf Studienfahrt nach Prag. Die Busfahrt dauerte zum Glück nicht ganz solange wie geplant und so kamen wir um kurz nach 14 Uhr auch schon an. Wir bezogen unsere Zimmer in den Prager Hotels Susa und Orion und wechselten das Geld vor Ort.

Nach einer kurzen Führung durch Prag sind wir in kleinen Gruppen essen gegangen und konnten den Abend freigestalten. Solange man um 24 Uhr wieder zurück im Hotel war.

Am Montag starteten wir mit der Führung durch die Prager Altstadt. Währenddessen gingen wir auf der Karlsbrücke spazieren und bestiegen den Altstädter Rathausturm, von dem man den ganzen Marktplatz überblicken konnte. Danach besichtigten wir das Judenviertel und eine Synagoge – aber da konnte schon niemand mehr stehen und die meisten suchten sich einen Platz zum Sitzen.

Am Abend machten sich alle für die Oper fertig. Wir saßen in der 2. Galerie und hatten einen guten Ausblick auf das Stück. Aufgeführt wurde „Don Giovanni“ auf Italienisch, jedoch wurde ein englischer Untertitel eingeblendet.

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Am Dienstag besichtigten wir erst eine Gedenkstätte für die Widerstandskämpfer des Zweiten Weltkrieges. Diese hatten sich, nach dem Attentat auf den Nationalsozialisten Heydrich, unter einer Kirche versteckt und sich am Ende selbst erschossen. Danach fuhren wir mit dem Bus zum Skoda-Werk. Dort wurden wir durch zwei Produktionshallen geführt und besichtigten anschließend das Skoda-Museum.

Am Mittwoch fuhren wir mit dem Bus zur Gedenkstätte von Lydice. Dieser Ort wurde in Folge des Hedrich-Attentats von den Nationalsozialisten im zweiten Weltkrieg komplett zerstört, wobei die Männer alle noch vor Ort erschossen wurden. Neun von 98 Kindern wurden für die Germanisierung ausgewählt, 82 Kinder wurden ermordet und sieben in Findelhäusern untergebracht. Von den an dieser Gedenkstätte dokumentierten Ereignissen waren viele von uns sehr beeindruckt.

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Danach besuchten wir die Theresienstadt und zwei Museen, die das Leben der Kinder in diesem Ghetto widerspiegelten. Unter anderem sahen wir uns Bilder der Kinder an und hörten uns ihre Musik an. Zum Schluss besuchten wir die Kleine Festung, die im zweiten Weltkrieg zum Gestapo-Gefängnis wurde. Dort sahen wir Gruppengefängnisse, wo die Menschen auf drei Etagen übereinander schliefen. Auch sahen wir die Dunkelkammern, wo einzelne Gefangen in völliger Dunkelheit ohne Kontakt zu anderen lebten. Danach gingen wir noch durch einen Fluchttunnel.

Am Donnerstag hatten wir eine Führung, bei der uns das Leben von Obdachlosen in Prag vorgestellt wurde. Wir liefen durch die Stadt und eine Frau erzählte uns, wie es ist auf der Straße zu leben und wie es passieren kann, dass man in die Drogenszene hinein rutscht.

Zu guter Letzt besuchten wir die Prager Burg. Als erstes sahen wir die Wachablösung und gingen dann in die Kathedrale. Diese hatte wunderschöne Mosaik-Fenster. Zum Schluss sind wir das Goldene Gässchen entlang gegangen. Dort lebte früher einmal Kafka. Heute sind in den Häusern kleine Läden.

Nach der Führung hatten wir Freizeit, und wir gingen noch einmal etwas durch die Stadt und erledigten die letzten Besorgungen.

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Am letzten Abend ging es gut gelaunt in den größten Club Prags Karlovni Laszne. Auf dem Hinweg entschieden sich jedoch einige von uns, wieder ins Hotel zurückzukehren, da es einen tragischen Rolltreppenunfall auf dem Weg zur U-Bahn gab, der glücklicherweise keinen von uns erwischte. Die verletzte Person wurde direkt in ein Krankenhaus befördert, sodass wir unseren Weg guten Gewissens fortsetzen konnten. Als wir ankamen, wurden wir erstmal von der Größe des Clubs erschlagen. Es gab sechs verschiedene „Floors“ und auf diesen lief jeweils verschiedene Musik. Im unteren Teil gab es eine Eiskammer und eine Bar, in der man Sauerstoff inhalieren konnte, um seinen Gemütszustand zu verbessern. Nach einer wunderbaren Partynacht ging es in den Morgenstunden auf sicherem Weg nach Hause.

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Am Freitag fuhren wir gegen 11 Uhr aus Prag los und waren gegen 18:30 Uhr wieder in Alfeld.

Im Ganzen kann war die Studienfahrt sehr informativ und interessant gestaltet, wir haben viele Eindrücke gesammelt und hatten alle zusammen viel Spaß


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